Beerdigung in der Heimatgemeinde Hettstadt

Kolping nahm Abschied von Waldemar Zorn

Am Nachmittag des 19.12.2008 wurde Waldemar Zorn unter der Anteilnahme von über 800 Trauergästen zu Grabe getragen. Generalvikar Karl Hillenbrand leitete auf Wunsch des Verstorbenen den Auferstehungsgottesdienst. Auch das war der Wunsch von Waldemar Zorn gewesen. Der Gottesdienst sollte nicht die Trauer in den Mittelpunkt stellen sondern ein Glaubensfest sein. Viele Kolpingpräsides sowie der Heimatpfarrer gestallteten diese lebendige Demonstration des Glaubens, die auch das gelebte Gottvertauen von Waldemar Zorn wiederspiegen sollte, mit.

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Unter den Trauergästen waren sehr viele Kolpingschwestern und Kolpingbrüder aus ganz Unterfranken. Eine große Anzahl der Kolpingsfamilien hatten als Zeichen der Verbundenheit für den ehemaligen Diözesanvorsitzenden ihre Banner mitgebracht. Sie waren ein deutliches und sichtbares Zeichen der Wertschätzung für Waldemar Zorn, der sein Leben lang Verantwortung im Kolpingwerk getragen hat.

Der jetzige Vorsitzende des Kolpingwerk Diözesanverband Würzburg, Ernst Joßberger würdigte die Person Waldemar Zorn und seine Verdienste für das weltweite Kolpingwerk in seiner Ansprache:

„Gott stellt jeden dahin, wo er ihn braucht.“ Dieses Wort Adolph Kolpings hat Waldemar Zorn als seinen persönlichen Auftrag verstanden, verinnerlicht und in außergewöhnlicher Weise in seinem Leben glaubhaft und authentisch umgesetzt. Gerade sein Einsatz für Kolping und sein Werk , begonnen in frühester Jugend in seiner Heimat Kolpingsfamilie Hettstadt bis zu seinem viel zu frühem Tod zuletzt als Vorsitzender des Verwaltungsrates von Kolping Mainfranken, belegen, wie ernst es ihm damit war.

Die Ideale des „Gesellenvaters“ in all seinen Ansätzen um die Verbindung von Kopf und Hand, von Glauben und Handeln und von Spiritualität und Engagement haben ihn begeistert und durchziehen sein persönliches, politisches und ehrenamtliches Wirken. Eben „Tüchtig sein“ im Sinne von Adolph Kolping in Familie und Beruf und im gesellschaftlichen und christlichen Leben.

Nicht nur bei all den großen Entscheidungen, die er auch bei der Umstrukturierung von Kolping Mainfranken zu treffen hatte, galt sein Blick immer auch dem einzelnen Menschen. Klare Ziele vor Augen, verlangte sein christliches Menschenbild, geprägt vom Sozialreformer Adolph Kolping, sich dafür stark zu machen, dass jeder Mensch befähigt wird, seinen selbstständigen und angemessenen Weg in unserer Gesellschaft gehen zu können.

So Heimat verbunden und verwurzelt wie er war, so weltoffen zeigte er sich auch für unsere Partnerschaften mit dem weltweiten Kolpingwerk in Kenia und Rumänien. Gerade die Verbindung zu den Menschen in Rumänien war ihm ein persönliches Anliegen. Keine Reise war ihm zu beschwerlich und jeder seiner Spendenaufrufe und Initiativen sollte dazu beitragen, die Situation von Kindern und Jugendlichen in den Kinderheimen und die der Ärmsten der Bedürftigen durch konkrete und persönliche Unterstützung zu verbessern.

Die 115 Kolpingsfamilien in Unterfranken mit ihren10.000 Mitgliedern verlieren mit Waldemar Zorn ein Mitglied, einen Freund und Unterstützer, der, wie wir in der persönlichen Begegnung immer wieder erfahren durften, vom Beispiel Adolph Kolpings durchdrungen war. Er hat sein Leben lang engagiert und mit ganzer Kraft in unserem Verband und in den Kolpingeinrichtungen Verantwortung getragen. Er lebte täglich –bis zu seinem Tod- das Kolpingwort: „Wer Menschen gewinnen will, der muss sein Herz zum Pfande setzen.“

„Gott stellt jeden dahin, wo er ihn braucht.“ Waldemar Zorn spürte und lebte, wo, wofür und für wen er gebraucht wurde. Er hat mit seinem ihm eigenen Mut, seinem vielfältigen, unermütlichen Einsatz und gerade mit seinem unerschütterlichen, Kraft ziehenden Gottvertrauen bei Kolping im Diözesanverband Würzburg und darüber hinaus bleibende Spuren gezogen, die weit in die Zukunft reichen werden.

Die Banner von Kolpingfamilien aus ganz Unterfranken zeigen symbolisch über den heutigen Tag des Abschieds hinaus Waldemar und seiner Familie unsere große Wertschätzung und Dankbarkeit.

Liebe Finni, Dir und Deiner Familie rufe ich – auch als Ausdruck des Trostes - den Gruß zu, der für Waldemar so wichtig war und uns alle in so besonderer Weise verbindet: Treu Kolping.

Veröffentlicht: 20.12.2008 | Axel Möller


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