Null Bock auf gar nichts! … und schon gar nicht auf Schule!

Jugendliche mit dieser Einstellung brauchen besondere Unterstützung damit sie nicht „verloren gehen“. Das Projekt „Startrampe“, das schon zum dritten Mal in der Kolping-Berufsschule Würzburg und im Kolping-Förderzentrum Würzburg durchgeführt wird ist genau für diese jungen Menschen bestens geeignet. Der Name ist Programm, denn hier soll „schulmüden“ Jugendlichen Starthilfe gegeben werden, um langfristig auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen zu können.

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Kevin hat es geschafft: Das Training der Arbeitstugenden in der Kolping-Berufsschule hat ihm wieder bewusst gemacht, dass er morgens regelmäßig aufstehen muss, dass er in der Gruppe auch die Meinung anderer gelten lassen muss, dass er sich seinem Meister gegenüber höflich verhalten muss.

Das ist ihm jetzt irgendwie schon klar – die Umsetzung muss er jedoch üben. Das konnte er zunächst in der Metallwerkstatt von Kolping und später im Langzeitpraktikum bei der Kfz-Reparaturwerkstatt Pietz in Würzburg. Einige weitere Hürden überwand Kevin dort noch mit Hilfe von Heidi Körbel (Sozialpädagogin im Projekt Startrampe).

Meister und Geschäftsführer der Firma Pietz waren am Ende so begeistert von Kevin, dass sie ihm eine Ausbildungsstelle anboten. Freilich braucht Kevin weiterhin Unterstützung und wird entsprechend von der Agentur für Arbeit und dem Kolping-Förderzentrum gefördert. Aber er wird seinen Weg gehen und er hat endlich eine Perspektive.

Natürlich können nicht alle der jährlich 12 – 15 Jugendlichen aus der Johannes-Foersch-Schule und der Leo-Deeg-Schule (städtische Schulen zur Lernförderung) solche Erfolge vorweisen. Für manche ist es schon ein großer Schritt, wenn sie wieder regelmäßig ein Angebot wahrnehmen. Vielen dient „Startrampe“ als Möglichkeit, sich für ein oder zwei Berufsfelder zu entscheiden und über einen längeren Zeitraum hinweg diese auszuprobieren.

„Wir können bei diesen Jugendlichen endlich Interesse für ihre eigene Zukunft wecken. Wichtig dabei ist, dass es zwar einen schulischen Rahmen gibt, der praktische Anteil im Projekt jedoch überwiegt“, äußert sich Wolfgang Oppmann, Konrektor des zukünftigen Sonderpädagogischen Förderzentrums in Würzburg und Mitbegründer von „Startrampe“.
Die Finanzierung vom Projekt „Startrampe“ wurde von der Agentur für Arbeit, der Regierung von Unterfranken und der Stadt Würzburg übernommen, denn auch hier hat man erkannt, dass Jugendliche unterstützt werden müssen, die eine „Null-Bock-Haltung“ zur Schau tragen und damit oft nur ihre Ängste und Unsicherheiten überspielen wollen.

Veröffentlicht: 27.04.2009 | Sabine Pfeifer


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