Miteinander der Generationen
Schüler betreuen Senioren im Wilhelm-Löhe-Haus
Das Kolping-Bildungszentrum Schweinfurt übernimmt seit Sommer 2009 die offene Ganztagsbetreuung der Wilhelm-Sattler-Realschule. Nach dem Mittagessen und den Hausaufgaben belegen die Schüler verschiedene AG aus Bereichen wie Sport, künstlerisches Gestalten oder eben soziales Engagement. Sie können frei wählen, welche AG sie machen möchten.
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Ein soziales Miteinander von Jugendlichen und Senioren ermöglicht die Arbeitsgemeinschaft (AG) „Jung und Alt“ der Wilhelm-Sattler-Realschule. Schüler besuchen während der Nachmittagsbetreuung einmal in der Woche Senioren im Alten- und Pflegeheim Wilhelm-Löhe-Haus.
Mensch-ärgere-dich-nicht oder Rommé spielen, Geschichten vorlesen, Mandalas malen oder singen – die Nachmittage im Altenheim werden sehr abwechslungsreich gestaltet. Sechs bis acht Damen nehmen jeden Dienstag an der Runde teil, die älteste ist 93 Jahre alt. „Ein Mann war noch nie dabei“, erzählt Susanne Mergenthal, Sozialpädagogin und Betreuerin der Jugendlichen. Nicht alle Bewohnerinnen können aktiv mitmachen, für viele zählt einfach das „Dabei-sein“. Das wöchentliche Treffen mit den Jugendlichen gefalle ihnen sehr gut, sie würden sich immer darauf freuen, erzählen die Seniorinnen. „Der Tag geht schneller rum“, erklärt Linda Weber. Eigene Kinder und Enkel wohnen zum Teil in anderen Städten und können nicht so oft zu Besuch kommen.
Michael antwortet auf die Frage, warum er sich für die AG im Altenheim entschieden hat: „Die haben viel erlebt und können Geschichten von früher erzählen.“ „Der hat Interesse“, meint auch Heimbewohnerin Ruth Tauchert. Der Unterschied zwischen Jung und Alt, früher und heute sorgt für viel Gesprächsstoff an den Nachmittagen. Zu Problemen komme es fast nie, berichtet Mergenthal. Den Generationenunterschied merke man höchstens beim Singen: Die Jugendlichen kennen oft andere Lieder als die ältere Generation.
„Die AG 'Jung und Alt' ist sehr beliebt“, erzählt Mergenthal. Es gebe viele Anfragen von Schülern. Bei regelmäßigen Besprechungen werden die Schüler miteinbezogen und können ihre Ideen für die Gestaltung der Nachmittage einbringen. „Vor allem gehen wir dem Ziel nach, Berührungsängste von Jugendlichen gegenüber alten Menschen abzubauen und auch umgekehrt,“ so die Sozialpädagogin Kristina Bub in einer Beschreibung des Projekts.
Veröffentlicht: 29.04.2010 | Mainpost








