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Vom minderjährigen Flüchtling...

Kolping-Forum im Rahmen des Deutschen Weiterbildungstages

Vom minderjährigen Flüchtling zum Arzt in Deutschland

Kolping-Forum im Rahmen des Deutschen Weiterbildungstages

Seine Patienten sagen zu ihm Dr. Umes, denn sein vollständiger Name ist für die meisten nur schwer auszusprechen. Umeswaran Arunagirinathan – so sein kompletter Name – ist 12 Jahre alt als er sich im vom Bürgerkrieg gebeutelten Heimatland Sri Lanka 1991 auf die Flucht begibt, allein, minderjährig. Seine Familie - Eltern und Geschwister - bleiben zurück. Ziel ist Deutschland. Genauer gesagt, Hamburg, wo ein Onkel wohnt. Er kommt an – acht Monate später – über große Umwege – mehrere Stationen in Afrika, bis er über Madrid nach Frankfurt fliegt.

Umeswaran Arunagirinathan hat über seine Flucht 2006 ein Buch herausgebracht, in dem er den Weg seiner Flucht und seine Erfahrungen beschreibt. Ein zweites Buch kam 2017 unter dem Titel „Der Fremde Deutsche“ auf den Büchermarkt, mit dem er über seine Integration berichtet.

Dies war auch Thema beim Kolping-Forum im Kolping-Center. Natürlich sprach er vorab über seine Flucht, welche Wege seine Mutter ging um ihm die Flucht zu ermöglichen, aber dann über seinen Weg in Deutschland, wo er Deutsch lernt, Abitur macht und Medizin studiert. Umeswaran nennt nicht nur die Erfolge, sondern auch die vielen Stolpersteine, von Diskriminierungen und Rückschläge. Damit möchte er all jenen Mut machen, die dies ebenfalls erleben, nicht aufzugeben, für sich zu kämpfen um Chancen zu erkennen und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Und wie sein Beispiel zeigt, ist es möglich.

Inzwischen ist Umeswaran deutscher Staatsbürger, er identifiziert  sich mit diesem Land. Hamburg ist sein zu Hause wie er sagt, denn hier hat er als 13jähriger zum ersten Mal in seinem Leben Frieden erlebt. In Bad Neustadt arbeitet er derzeit am Herz-Klinikum und will hier seinen Facharzt absolvieren und Herzchirurg werden.

Im Saal des Kolping-Center Mainfranken herrschte aufmerksame Stille, denn Umeswaran hat die Gabe mit seiner Art des Erzählens, des Lesens, seiner freundlichen Weise und mit seiner Stimme die Zuhörer zu bannen. Am Ende bekommt er dankenden Applaus - wohl auch dafür dass sein Beispiel nur Mut machen kann. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Deutschen Weiterbildungstages sowie des Europäischen Tags der Sprachen am 26. September statt.