30. Gedächtnislauf von Würzburg nach Gemünden
Würzburg, Samstag 21. März 2026, Rathausinnenhof, 11 Uhr: 850 Läuferinnen und Läufer setzen sich nach einer Schweigeminute bei Sonnenschein und bestem Wetter gemeinsam in Bewegung. Voraus fährt ein Streifenwagen der Polizei, der den Menschenpulk mit Blaulicht am Rathaus vorbei über die Alte Mainbrücke bis hin zum Radweg am Viehmarktplatz in Richtung Gemünden anführt.
Das ist der Weg, auf dem viele Würzburger nach der Bombennacht am 16. März 1945, verzweifelt und obdachlos geworden, geflohen sind. Im Gedenken an diese Zeit hat dieser Lauf unter dem Motto „Laufend Erinnerung bewahren“ jetzt bereits zum 30. Mal stattgefunden. Mehr als 100 Teilnehmende haben sich für die längste Distanz nach Gemünden angemeldet. Dabei geht es bei dieser Veranstaltung aber in erster Linie nicht um sportliche Spitzenleistungen, sondern eben um die Erinnerung an die über 3000 Todesopfer und die damalige Flucht vieler Würzburger in die umliegenden Gemeinden.
Der Lauf wird von Kolping Mainfranken gemeinsam mit der Johanniter-Unfallhilfe und dem Würzburger Marathonverein organisiert und durchgeführt. Statt eines Startgeldes kommen die freiwilligen Spenden der Kolping-Stiftung Würzburg zur Unterstützung bedürftiger Familien in der Region sowie den Johanniter-Kindergärten zugute.
In Vertretung des Oberbürgermeisters war Josef Hofmann, Fraktionsvorsitzender der FW/FWG im Würzburger Stadtrat beim Startschuss dabei. Er betonte die Bedeutung des Gedächtnislaufs als festen Bestandteil der Würzburger Erinnerungskultur rund um den 16. März.
Ziel- und Verpflegungspunkte waren Zell (fünf Kilometer), Margetshöchheim (10 Kilometer), Himmeldstadt (21 km), Zellingen, Karlstadt (28 Kilometer), Schleuße Harrbach und Gemünden (44 Kilometer). Der zweite Bürgermeister von Gemünden am Main, Werner Herrbach, empfing wie auch schon in den vergangenen Jahren die im Schulzentrum in Gemünden ankommenden Läuferinnen und Läufer. Der schnellste Mann erreichte nach 3:21 Stunden das Ziel, die schnellste Frau nach 3:44 Stunden. Mit gelaufen ist auch Erich Kunkel, der diesen Lauf 1995 mit damals elf Mitläufern ins Leben gerufen hat. „Es ist schön, dass es den Gedächtnislauf noch gibt und so viele mit dabei sind“, so Erich Kunkel.



















